[Rezension] Das Paradies am Rande der Stadt von Volker Strübing

Das Paradies am Rande der Stadt

Titel: Das Paradies am Rande der Stadt
Autor: Volker Strübing
Verlag: Voland & Quist
Seiten: 208
Preis: 14,90 €

Eden – das Paradies auf Erden. Zumindest verspricht der gleichnamige große Konzern es den Menschen. Wer sich entschließt zu Eden, durch den Regenbogen, zu gehen, der verlässt seine Familie und Freunde, um ein Leben in einem der schwarzen Würfel in vollster Glückseligkeit zu genießen. Folgen unbekannt. Wer nicht zu Eden geht, lebt in einer der vielen Oasen oder in den sogenannten Schlammstädten, einem Ort, an dem es keine Gesetze und keine Regeln gibt. Am Rande eines dieser Orte, ganz in der Nähe eines sogenannten Eden-Würfels, dort wo früher einmal Berlin war, haben sich Menschen zu einer Gruppierung den „Freunden der Menschheit“ zusammengefunden. Sie wollen Eden stürzen, doch das ist gar nicht so leicht, wenn nicht nur von Eden angeheuerte „Seelenfänger“ die Mitglieder versuchen durch den Regenbogen zu führen, sondern auch politische und religiöse Organisationen ihnen Steine in den Weg legen. Zum Glück haben die Freunde der Menschheit ein Ass im Ärmel – Theo, ein Junge der in einer der Oasen ein behütetes Leben führt, aber ein begnadeter Hacker ist. Er soll sich in den Eden-Computer einklinken und so den Konzern vernichten. Das ist einfacher gesagt als getan. Schließlich hat es Theo mit dem technisch fortgeschrittensten Computer der Welt zu tun. Doch dann finden die Freunde der Menschheit zufällig Eva. Sie scheint als erste aus einem der Eden-Würfel entkommen zu sein und hat eine ganz besondere Beziehung zu Theo – obwohl sich die beiden nie zuvor begegnet sind. Die große Chance Eden endlich zu vernichten scheint gekommen zu sein.

Volker Strübings „Das Paradies am Rande der Stadt“ ist ein etwas anderer Science-Fiction-Roman. Er zeichnet eine Vision von einer Zukunft, die alles andere als rosig aussieht, in der der Mensch als Individuum kaum noch etwas zählt, Klone verstorbener Prominenter alle niederen Tätigkeiten verüben müssen, Menschen sich Arbeitsplätze mieten, um überhaupt eine Daseinsberechtigung zu haben, und Kinder künstlich erschaffen werden.

Ein grandioser Roman mit einem ironischen Blick auch auf unsere heutige Gesellschaft, feinsinnig und geistreich zugleich.

Besonders gut: Das Ende ist keines der 0-8-15-Enden in dem zum Schluss alle glücklich und zufrieden sind, sondern überrascht und lässt den Leser auch über den letzten Satz hinaus nachdenklich zurück. Denn Nachdenken muss man nach dieser Lektüre fast unausweichlich, zeichnet sie doch ein Bild von einer düsteren Zukunft, die gar nicht mal so weit hergeholt scheint, ob der derzeitigen technischen Versessenheit unserer Gesellschaft.

Dieser Roman ist nicht nur allen Science-Fiction-Fans zu empfehlen, sondern auch all denen, die sich sonst eher der Fantasy-, Dystopie-, Satire- oder Thriller-Literatur zuwenden.

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