[Rezension] 2084 – Noras Welt von Jostein Gaarder

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Titel: 2084 – Noras Welt
Autor: Jostein Gaarder
Verlag: Hanser
Seiten: 192
Preis: 14,90 Euro

Nora ist 15 Jahre alt. Sie setzt sich für ihre Umwelt ein, hat sogar mit ihrem Schulkameraden und Freund Jonas eine Umweltorganisation gegründet. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag hat Nora dann seltsame Träume. Im Schlaf ist sie ihre eigene Urenkelin Nova und lebt im Jahre 2084. Die Welt hat sich verändert, viele Tier- und Pflanzenarten gibt es nicht mehr. Täglich stirbt eine weitere Art aus. Noras Urenkelin Nova ist deshalb sehr wütend. Warum hat ihre Urgroßmutter nicht schon in ihrer Jugend etwas gegen die Zerstörung der Umwelt unternommen? Und dann passiert etwas unvorstellbares in einem von Noras Träumen: Sie selbst, natürlich schon sehr alt, kommt zu ihrer Urenkelin und verspricht ihr, dass die Welt eine zweite Chance bekommt, dazu dreht sie ihren alten Ring, der seit Hunderten von Jahren schon im Familienbesitz ist. Als sie aufwacht, macht sich Nora Gedanken, wie sie dem Wunsch ihrer Urenkelin, die Tier- und Pflanzenwelt für die Nachwelt zu erhalten, nachkommen kann. Jonas hat dann die rettende Idee – doch wird sie wirklich die Zukunft, von der Nora geträumt hat ändern?

Nora ist ein Kind ihrer Zeit, sie ist von der Technisierung unserer Welt genauso geprägt, wie viele andere. Das Smartphone gehört für sie ebenso zum Alltag dazu wie das Essen, das jeden Tag auf dem Tisch steht. Doch Nora denkt auch über ihre Zeit nach. Besonders die Umweltverschmutzung, die Auswirkungen des Klimawandels und das Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten stehen im Mittelpunkt ihres Interesses. Doch sie ist und bleibt ein Kind. Und somit fühlt sie sich, oft zu Recht, ohnmächtig all dessen, was geschieht und auf das sie nicht einwirken kann. Gerade das macht sie als Hauptfigur so sympathisch. Sie ist einerseits gewissenhaft und unglaublich fixiert auf die Zerstörung der Umwelt, andererseits aber ist sie eine normale Schülerin, die sich mit ihrem Freund in einer kleinen Waldhütte trifft.

Ganz klar befindet sich die Protagonistin Nora im Buch in einer Aufbruchstimmung. Sie steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag, viele Jugendliche haben da das Gefühl erwachsen zu werden. Bei Nora kommt hinzu, dass sie das Gefühl hat schnell etwas unternehmen zu müssen, bevor die Welt sich unwiderruflich verändert.

Jostein Gaarder beschreibt Nora, ihre Gedanken und auch ihre Mitmenschen sehr detailliert, so dass sie einem schnell ans Herz wachsen. Lediglich sehr nebensächliche Personen, wie beispielsweise Noras oder auch Novas Eltern werden kaum eingeführt und beschrieben. Wesentlich stärker liegt der Fokus auf den Gedanken Noras und ihres Freundes Jonas zur Rettung der Tier- und Pflanzenwelt. Man merkt: Nora (und wahrscheinlich auch Gaarder) hat sich viele Gedanken gemacht, die aktuellen Diskussionen zur Klimaerwärmung beobachtet und daraus auch versucht die Folgen für die Zukunft zu erkennen.

„2084 – Noras Welt“ spiegelt nicht nur unsere Zeit wieder, sondern macht auch sehr klar deutlich, wie nah am (symbolischen) Abgrund wir stehen, dass es, wie Nora so treffend im Buch sagt, nicht erst fünf vor zwölf ist, sondern schon um zwölf und wir etwas tun müssen, damit nicht nur unsere Kinder, sondern auch unsere Enkel und Urenkel die Vielfalt unserer Welt noch erleben können.

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