[Rezension] COR – Buch I: Das Erdbuch. Aufbruch des Prinzen von Jérémie Kaiser

Cor

Titel: COR – Buch I: Das Erdbuch. Aufbruch des Prinzen
Autor: Jérémie Kaiser
Verlag: Der Kleine Buchverlag
Seiten: 296
Preis: 14,95 Euro

Quent dachte, er sei ein ganz normaler Junge. Bis zu seinem 16. Geburtstag. Da eröffnen ihm seine Adoptiveltern, dass er eigentlich aus einer anderen Welt stammt, einen Zwillingsbruder hat und eigentlich ein Prinz ist. Quents Leben ändert sich von da an von Grund auf. Zusammen mit seinen Adoptiveltern und einem alten Mann macht er sich auf in seine Welt, seinen Bruder zu finden und die Welt von dem bösen Halbgott Faro zu befreien. Doch Quent fühl sich eigentlich gar nicht wie ein Prinz oder Held…

Was sich als Zusammenfassung recht einfach liest, entpuppt sich beim Lesen des ersten Buches der Reihe „COR“ von Jérémie Kaiser als wesentlich komplexer. Denn auf dem Weg zu seinem Bruder hat Quent einige Schwierigkeiten zu überwinden, erlebt viele Abenteuer und lernt zahlreiche neue Menschen und Kreaturen kennen. Als Quent seinen Bruder findet, sieht er sich dann neuen Schwierigkeiten gegenüber, in deren Zusammenhang vor allem die innere Konflikte sehr spannend sind.

So viel der Plot aber an sich auch hergibt, ist doch die Umsetzung leider etwas missglückt. Vor allem der erste Teil des Buches, die Suche Quents nach seinem Zwillingsbruder, wurde sehr stark gerafft. Dieser erste Teil macht etwa die Hälfte des Buches aus. Auf also relativ wenig Seiten beschreibt Kaiser sowohl wie Quent eröffnet wird wer er ist, als auch die gesamte Suche nach Quents Zwillingsbruder. Dies geht vor allem zu Lasten der Charakterbeschreibungen. So erfährt der Leser reichlich wenig über die einzelnen Charaktere, sogar der Hauptprotagonist Quent bleibt sehr flach und blass. Dies ändert sich allerdings ab der zweiten Hälfte des Buches, nachdem Quent und seine Gefährten seinen Bruder gefunden haben. Ab da nimmt nicht nur die Handlung an Spannung zu, sondern auch die Charaktere und die ganze Welt gewinnen an Inhalt und Tiefe.

Vor allem durch die Sprache Jérémie Kaisers ist sein erstes Werk, trotz der schwachen ersten Hälfte, ein wahres Lesevergnügen. Kaiser schreibt sehr locker und leicht mit viel Liebe zum Detail, ohne jemals zu langweilen oder sich in endlosen Landschaftsbetrachtungen zu verlieren.

Alles in allem kann man sagen ist „COR – Buch I: Das Erdbuch. Aufbruch des Prinzen“ ein spannender Fantasyroman, da die Sprache und die grandiose zweite Hälfte des Buches die erste Hälfte mehr als wiedergutmachen. Zudem ist es Jérémie Kaiser gelungen eine Welt zu erschaffen, die gut durchdacht ist (zumindest erweckt sie bisher diesen Eindruck) und sich auf eine erfrischende Art und Weise von Tolkiens Mittelerde unterscheidet.

Die Geschichte von Quent geht weiter:
COR – Buch II: Das Wasserbuch. Das Vermächtnis des Zauberers

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