[Rezension] Kann man Hormone dressieren? von Sophie Benning

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Titel: Kann man Hormone dressieren?
Autor: Sophie Benning
Verlag: script5
Seiten: 192
Preis: 10,90 Euro

Nach einer durchzechten Nacht gibt es für die 19-jährige Kathy und die 20-jährige Emma ein böses Erwachen in ihrer gemeinsamen Wohnung: Weil ein guter Freund bei ihnen übernachtet hat, setzt sie ihre Vermieterin kurzerhand auf die Straße. Doch traurig sind die Beiden darüber nicht, wollten sie doch schon lange mit ihrer Freundin Anso zusammenziehen. Und so suchen sich die drei jungen Frauen eine Wohnung. Schnell ist eine gefunden, in einem wunderschönen Altbau, mit einer netten Jungs-WG und einer italienischen Familie. Das wilde WG-Leben kann losgehen. Bei einem Termin, den sie für Kathy, die als Volontärin für eine Zeitung arbeitet, übernommen hat, lernt Emma einen gutaussehenden jungen Mann kennen. Und versteht sich von der ersten Minute an sehr gut mit ihm. Doch leider vergisst sie, ihn nach seinem Namen zu fragen. Natürlich setzt sie danach alles daran ihren Traumprinzen wieder zu finden…

Eine typisches Frauenbuch, allerdings für junge Frauen. Vornehmlich geht es um Liebe und Freundschaft, sehr erfrischend und spritzig erzählt, sodass man sofort mitgerissen wird. Emma und ihre Freundinnen stolpern förmlich von einer kuriosen Begebenheit in die nächste. Lacher sind da programmiert. Dies liegt vor allem auch an dem Erzähl- und Sprachstil der Autorin. Sophie Benning erzählt mit einer jugendlichen und alltäglichen Sprache sehr detailliert aber knapp, nie ausschweifend.

Mit viel Liebe werden besonders die einzelnen Personen beschrieben, von der Hauptperson Emma bis hin zu der italienischen Mamma. Jedoch hatte ich beim Lesen an einigen Stellen den Eindruck, dass es sich bei Emma nicht um eine 20-jährige Schülerin handelt, sondern vielmehr um eine 30-jährige Karrierefrau. Denn mehrfach erfasst Emma eine Art Torschlusspanik, dass sie keinen Mann findet. Für eine Schülerin, die gerade ihr Fachabitur macht und eine Beziehung gerade hinter sich hat, finde ich das doch reichlich übertrieben. Ebenso die Gedanken der Emma, aber auch an anderer Stelle von Kathy und Anso wirken manchmal nicht wie die von Jugendlichen, sondern mehr wie die erfahrener Frauen.

Daneben ist die Beschreibung der Arbeit der Kathy, die wie gesagt Zeitungsvolontärin ist, sehr unrealistisch. Mit 19 schon ein Volontariat bei einer Zeitung zu absolvieren, ist an sich schon ungewöhnlich, doch dann auch noch fast permanent nicht arbeiten zu müssen, sondern nur dann und wann ein Termin und mal für ein oder zwei Stunden in der Redaktion vorbeischauen, das ist doch reichlich realitätsfern. Denn in deutschen Zeitungsredaktionen sieht es nämlich vielmehr so aus, dass auch Volontäre Überstunden machen müssen und mindestens acht Stunden am Tag in den Redaktionen sitzen, beziehungsweise zu Terminen geschickt werden. Weiß man dies aber nicht, so wirkt dieser Umstand nicht störend bei der Lektüre von „Kann man Hormone dressieren?“. Höchstens hat man das Gefühl, dass das Leben der drei Freundinnen mit der Realität nicht viel zu tun hat, aber muss es auch nicht, schließlich handelt es sich um Fiktion.

Bei „Kann man Hormone dressieren?“ handelt es sich um einen sehr lustigen Roman, der zwar etwas realitätsfern ist, aber dennoch unterhaltend. Und er ist keinesfalls nur etwas für junge Frauen um die 20, auch älteren Frauen könnte er durchaus gefallen, Männer dagegen werden wahrscheinlich nicht ganz so begeistert davon sein.

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