[Rezension] Lea von Pascal Mercier

Lea von Pascal Mercier

Titel: Lea
Autor: Pascal Mercier
Verlag: btb
Seiten: 352
Preis: 9,99 €

Eine zufällige Begegnung, eine begabte Violinistin und eine tragische Geschichte – das macht Lea von Pascal Mercier aus.

Nach dem Tod der Mutter hat sich die kleine Lea komplett in ihre eigene Welt zurückgezogen. Der Vater findet keinen Zugang zu ihr, erst ein Geigenkonzert im Bahnhof kann Lea aus ihrer Welt zurück in die Wirklichkeit holen. Das Violinespielen wird fortan zu Leas und damit auch ihres Vaters Lebensinhalt. Lea ist begabt und füllt bald schon ganze Konzertsäle, reist von Stadt zu Stadt und wird als Star gefeiert. Doch hinter der glänzenden Fassade beginnt es zu bröckeln – doch niemand, auch nicht der Vater, kann die drohende Katastrophe abwenden.

Leas Geschichte ist tragisch, beängstigend und schön zugleich. Erzählt wird sie von einer dritten Person, die durch Zufall den Vater in einem Café trifft und spontan mit diesem nach Bern fährt. Auf dieser Fahrt erzählt ihm der Vater Leas und damit auch seine Geschichte. Durch diese Art der Erzählweise bekommt die Geschichte eine gewisse Distanz, wirkt aber umso eindringlicher.

Pascal Merciers Novelle ist ein berührendes und eindringliches Buch. Dem Vorwurf, der von vielen Seiten nach Erscheinen laut wurde, dass Lea ins klischee- und kitschhafte abgleitet, kann ich mich nicht anschließen.

Allerdings wirken die zahlreichen Andeutungen und Vorwegnehmungen, die sich kontinuierlich durch das Buch ziehen, besonders zum Ende hin sehr störend und gezwungen. Andeutungen sind meines Erachtens manchmal ein interessantes Stilmittel, das die Handlung bedeutungsschwerer macht, wenn sie jedoch zu häufig genutzt werden, hat es schnell eine gegenteilige Wirkung.

Lea bleibt trotz dessen ein wunderschönes Buch, das von dem Aufstieg und Fall einer begabten Violinistin und der Ohnmacht ihres Vaters berichtet und gleichzeitig die Beziehung eines Vaters zu seiner Tochter hinterfragt.

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